Bruchsal (pa). Mit der „Licht-aus-Aktion“ hatte alles begonnen – zumindest öffentlich, sozusagen im Dunkeln sichtbar gemacht. Vorausgegangen war ein Klimaprojekt der siebten Klasse der Burgschule Obergrombach, unter anderem orientiert an dem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ von Al Gore. Nun mündete das Projekt in einen Vertrag zur „Einsparung von Energie“ zwischen der Schule und der Stadt Bruchsal. Die Burgschule ist, nach Albert-Schweitzer-Realschule, Schönborn- und Justus-Knecht-Gymnasium, die vierte Bruchsaler und erste Stadtteilschule, die an dem Beteiligungsprojekt der Stadt teilnimmt mit dem Ziel, Energie möglichst effizient einzusparen.
„Da Energie sparen generell ein Thema für uns an der Schule ist, war das Projekt der erste Schritt, um das Bewusstsein zu wecken und die Schüler für den Klimawandel zu sensibilisieren“, sagte Rektor Hans-Joachim Hesselschwerdt. In einer Gruppe aus Schülern, Lehrern und Hausmeister werde nun überlegt, wo und wie Energie eingespart werden kann. „Wir wollen in allen Klassen Klimadetektive einsetzen“, sagte Achtklässler Jürgen Kirchner, dessen Klasse vergangenes Jahr das Klimaprojekt auf die Beine gestellt hatte. Gemeinsam werde nach Möglichkeiten gesucht, Energie einzusparen. „Denn“, fügte Klassenkamerad Jan Scholz hinzu, „jeder kann im Kleinen etwas dafür tun, dass der Klimawandel gestoppt wird.“
„Euer Einsatz ist eine tolle Sache“, betonte Bürgermeister Ulli Hockenberger, der zur Vertragsunterzeichnung zwei Energie-Messkoffer mitgebracht hatte. Wenn die Schüler ihre Kameraden für das Thema sensibilisierten und mit positivem Vorbild voran gingen, so wirke sich das positiv auf den Alltag aus. In der Schule wie zuhause. Denn Hockenberger ist sich sicher, dass sich dann auch die Eltern vom Verhalten ihrer Kinder anstecken lassen und bewusster mit dem Thema Energie umgehen werden. „Kinder und Jugendliche sind wichtige Multiplikatoren.“
Doch nicht nur Umwelt und Klima profitieren von dem Energiesparprojekt der Stadt. Dahinter verbirgt sich zudem ein Prämiensystem, das die Schulen an den Einsparungen beteiligt – sprich: ein Drittel der nachgewiesenen Einsparung bleibt zur freien Verfügung bei der Schule; ein Drittel setzt die Stadt zweckgebunden für energiesparende Maßnahmen an der Schule ein (meist Vorschläge, die aus dem Projekt entstanden sind); und ein Drittel bleibt bei der Stadt.
„Auch an den Schulen bestehen erhebliche Potenziale, bewusster mit Wärme und Strom umzugehen und Energie zu sparen“, sagt Bürgermeister Hockenberger, „die Erfolge an den beiden anderen Schulen sprechen für sich.“
Im JKG wurden von 2005 bis 2008 über Wärme rund 87 Tonnen CO2 eingespart, was dem Energiebedarf von etwa 17 Einfamilienhäusern entspricht, am Schönborn-Gymnasium seit 2003 rund 150 Tonnen CO2, das entspricht dem Bedarf von etwa 30 Einfamilienhäusern; über den Stromverbrauch sparte das JKG 23 Tonnen CO2 ein, das Schönborn-Gymnasium zehn Tonnen CO2. Und alles ohne Investitionen, ausschließlich durch eine bewusste Nutzung von Wärme und Strom.